erstellt von Stephan Waba für die Volkshochschule Floridsdorf

Zur Entstehung des Lernpfads ...

unterschiedliche Formen

Im Deutschen gibt es drei Arten von s-Lauten.

  • das stimmhafte s, das „normale“ s am Anfang oder in der Mitte vieler Wörter
  • das stimmlose scharfe ß, das lange Vokale kennzeichnet
  • das stimmlose ss, das kurze Vokale kennzeichnet

 

Das stimmhafte s steht ...

  • am Wortanfang (Anlaut): singen, sieben, Senf (stimmhaft)
  • im Wortinneren (Inlaut): Rose, Hose, Riese (stimmhaft)
  • am Wortende (Auslaut): Gras, Kreis (stimmlos)

 

Das scharfe ß kennzeichnet in der neuen Rechtschreibung ausschließlich lange Vokale oder Diphthonge.

Das scharfe ß steht immer nur im Inlaut oder Auslaut eines Wortes, nie am Wortanfang.

    Beispiel: Maß, Straße, groß, grüßen (lange Vokale) bzw. Grieß, Spieß, draußen, Strauß, beißen, Fleiß (Diphthonge)

In manchen Wortstämmen wechselt die Länge und Kürze des Vokals vor dem s. Entsprechend wechselt auch die s-Schreibung.

    Beispiel: fließen, aber: der Fluss. genießen, aber: der Genuss. wissen, aber: er weiß. Fraß, aber: er frisst.

Steht der Buchstabe ß nicht zur Verfügung, so schreibt man ss. In der Schweiz existiert das scharfe ß überhaupt nicht.

    Beispiel: Straße – Strasse bzw. STRASSE (in Großbuchstaben)

 

Das stimmlose ss kennzeichnet in der neuen Rechtschreibung ausschließlich kurze Vokale.

Auch das stimmlose ss steht nie am Anfang eines Wortes.

    Beispiel: Wasser, Kasse, Pass bzw. Fluss

Ändert sich bei Ableitungen die Vokallänge, wechselt entsprechend auch die s-Schreibung.

    Beispiel: Schuss, aber: er schießt. Guss, aber: er gießt.

 

Wie ein Wort geschrieben wird, verrät jedes Wörterbuch. Schwierig wird die Sache bei Eigennamen.

Bei Eigennamen gelten die s-Regeln nicht. Der deutsche Musiker Richard Strauss wird beispielsweise mit ss geschrieben, obwohl er nach den s-Regeln mit ß zu schreiben wäre.

Interaktive Quizzes dazu: Einsetzübung 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6